Amerikanische Immobilienkrise

Die amerikanische Immobilienkrise hat gezeigt, dass eine Wirtschaftspolitik, die den Wirtschaftskreislauf und die private Nachfrage über die Verfügbarkeit von Krediten für die privaten Konsumenten steuert, durchaus ihre Risiken birgt. Ein solcher Kreislauf, bei dem der Einzelhandel und die privaten Konsumenten so sehr von der Verfügbarkeit von Krediten abhängig sind, kann nur funktionieren, wenn die Kreditnehmer zuverlässig ihre Kredite zurückzahlen. Gerät die Wirtschaft in Schieflage, steigt die Arbeitslosigkeit oder sinkt das Realeinkommen, dann steht diesen privaten Kreditnehmern nicht mehr genügend Kapital zur Verfügung, um ihre Kredite zurückzuzahlen. Darunter leidert nicht nur die Kreditwirtschaft, sondern auch der Handel, bei dem bis dato der Wareneinkauf mit Krediten finanziert wurde. Ein solches System ist also recht anfällig.

Verlieren aufgrund der wirtschaftlichen Allgemeinlage ganze Gesellschaftsschichten auf einmal ihre Bonität, kann es zu einem Einbruch in der Kreditwirtschaft kommen. Wenn Kredite für den privaten Verbraucher nicht mehr so einfach zu bekommen sind, leiden auch die Branchen, die bis dato davon profitiert haben, dass die Verbraucher ihre privaten Konsumwünsche mit Krediten finanzieren konnten. Das ist eine Spirale, die nur dadurch unterbrochen werden kann, dass Kredite am Markt für private Verbraucher wieder leichter zu erlangen sind. Damit wird dann die Nachfrage wieder angekurbelt und die wirtschaftliche Entwicklung erhält wieder eine Tendenz zum Anstieg.

Wer einen Kredit, egal in welcher Höhe oder für welche Anschaffung auch immer, aufnehmen möchte, wird sich zu allererst am Markt über die Zinsen informieren. Herrscht ein Niedrigzinsniveau, wird der Kredit insgesamt billiger für den Kreditnehmer. Damit sind Kredite für mehr Verbraucher eine realistische Alternative und der Anreiz zur Kreditaufnahme steigt. Sind also die Finanzierungsbedingungen am Markt günstig, hat dies zumindest kurztfristig einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivitäten zur Folge. Mehr Menschen werden sich dann überlegen, ob sie ihre Konsumwünsche in die Tat umsetzen wollen.

Da unterschiedliche Banken auch ganz unterschiedliche Kundenkreise ansprechen, unterscheiden sich die Kreditangebote von Bank zu Bank oft erheblich. Allgemein gilt, je größer die Bonität, desto niedriger die Zinsen und die weiteren Kosten, die auf den Kreditnehmer abgewälzt werden. Dabei wird nicht nur der einzelne Kreditnehmer geprüft, sondern auch die durchschnittliche Bonität der Kunden der betreffenden Bank im Allgemeinen. Da die Kosten aufgrund des Ausfallrisikos mit geringerer Bonität des Kundenstamms steigen, hat eine Bank, deren Kundenstamm im Durchschnitt eine geringere Bonität aufweist, größere Kosten zu verkraften. Diese Kosten muss sie über ihre Produkte wieder hereinholen. Die Produkte dieser Bank sind die Kredite in ihren diversen Ausprägungen. So gilt am Markt auch als Faustregel, dass Kunden, deren Bonität nicht den Erfordernissen der Bank entspricht, für ihre Kredite mehr werden zahlen müssen als Kunden mit ausgezeichneter Bonität. Dies mag auf den ersten Blick ein Widerspruch sein, zahlt doch derjenige, deren Wirtschaftskraft als geringer eingestuft wird, für einen Kredit mehr als derjenige mit einer größeren Wirtschaftskraft. Hier ist allein das Risiko ausschlaggebend, das der Kreditgeber bei der Vergabe des Kredites an diesen speziellen Kunden eingeht.

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