Baufinanzierung und Immobilienfinanzierung

Eine Immobilienfinanzierung sollte genau so gründlich geplant werden wie das eigentliche Bauvorhaben. Bevor die nötigen Darlehensverträge zur Baufinanzierung unterzeichnet werden, sollten die verschiedenen Alternativen für eine vorteilhafte Immobilienfinanzierung genau recherchiert werden. Dabei sollten nicht nur die Angebote von örtlichen Banken, sondern auch die von unabhängigen Finanzdienstleister (zum Beispiel die Baufinanzierung durch eine Internetbank) ins Auge gefasst werden.

Eine Baufinanzierung ist eine Kombination verschiedener Darlehensarten. Bei der Zusammensetzung sollte zuerst einmal gefragt werden, ob und welche zinsvergünstigten Förderdarlehen vom Land und Staat für die Immobilienfinanzierung infrage kommen könnten. Man denke hier zum Beispiel an zinsvergünstigte Darlehen zum Wohnungsbau für kinderreiche Familien, oder an ein Baufinanzierungsdarlehen, das aus Mitteln zur Altbausanierung oder für den Umweltschutz gefördert sein könnte.

Weitere zinsgünstige Immobilienfinanzierungsdarlehen kommen aus zugeteilten Bausparverträgen der Bausparkassen. Ein solches Darlehen hat sich der Bauherr durch niedrige Ansparraten in einem Bausparvertrag über längere Zeit “verdient”. Während der Bauherr in der Ansparphase eines Bausparvertrages anderen Sparplänen gegenüber vielleicht im Nachteil war, zahlen sich diese evtl. Nachteile in der Darlehensphase mit einer niedrigeren Belastung bzw. niedrigen Baugeld wieder aus.

Ein anderer wichtiger Bestandteil einer Baufinanzierung ist die Eigenleistung. Diese besteht aus angesparten Guthaben (und möglicherweise finanzieller Unterstützung von Eltern und anderen Verwandten) und den – von den Amerikanern so treffend als “Sweat Equity” bezeichneten – vom Bauherren eingeplanten Arbeitsstunden.

Sind alle diese Möglichkeiten für eine kostengünstige Immobilienfinanzierung ausgeschöpft, werden die verbleibenden Kosten der Baufinanzierung durch Hypothekendarlehen abgedeckt. Entgegen ihrer Namensgebung, erfolgt die Absicherung der Hypothekendarlehen meistens durch erst-, zweit- oder nachrangige Grundschulden. Der Vorteil einer Grundschuld gegenüber einer Hypothek besteht darin, dass eine Grundschuld immer wieder neu zur Absicherung einer Baufinanzierung eingesetzt werden kann.

Die Kosten der Hypothekendarlehen für eine Immobilienfinanzierung richten sich jeweils nach ihrem Rang. Das zinsgünstigste Darlehen ist “innerhalb 60 Prozent des Beleihungswertes” abgesichert. Das zweitrangige Darlehen “bis zu 80 Prozent des Beleihungswertes” ist in der Regel etwas teurer. Alle Darlehen über diesem Bereich fallen in die Region der ungesicherten Darlehen und sind zinsmässig entsprechend teuer (oder werden anderweitig abgesichert). Wie dies mitunter auch bei einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital der Fall sein könnte.

Neben dem Anbieter für eine Immobilienfinanzierung muss sich der Bauherr zwischen den Angeboten für einen Festzinssatz oder flexiblen Zinssatz entscheiden. Die Markttendenz bestimmt, welcher der Zinssätze günstiger ist. Wird ein flexibler Zinssatz gewählt, sollte bei der monatlichen Belastung ein gewisser “Aufwärts”-Spielraum kalkuliert sein. Bei einem Darlehen mit Festzinssatz sollte der Abschluss eines Anschlussfinanzierungsvertrages für die Baufinanzierung zum Ende der Sollzinsfestschreibung erwogen werden. Wie hoch die aktuellen Baufi-Konditionen sind, lässt sich ganz einfach mit einem Baufinanzierungsrechner im Internet ermitteln.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>